Aus Zetteln wird Zukunft

Flindo.App zeigt, wie digitale Dokumentation Unternehmen Zeit spart und Transparenz schafft.
Dokumentation gehört in vielen Unternehmen zu den ungeliebten Pflichten. Wochenberichte, Protokolle und Notizen verschwinden auf Zetteln, in Excel-Listen oder in staubigen Ordnern. Am Ende fehlt oft die Übersicht, wichtige Informationen gehen verloren und Entscheidungen dauern länger als nötig. Flindo.App ändert genau das. Sie macht die Dokumentation von der lästigen Nebensache zu einem leichten Arbeitsschritt, der Zeit spart und für Transparenz im gesamten Team sorgt.
Im Podcast Behind Business spricht Host Marcus Eberlei mit Julian Moosmann, Schreinermeister und Mitgründer von Flindo, über die Idee hinter der Software, die Herausforderungen der Digitalisierung im Mittelstand und seine Vision für die Zukunft.
Behind Business: Julian, wie bist du auf die Idee gekommen, eine App für digitale Dokumentation zu entwickeln?
Julian Moosmann: Ich komme selbst aus dem Handwerk und habe erlebt, wie mühsam Dokumentation sein kann. In vielen Betrieben läuft das heute noch mit Zettel und Stift ab. Spätestens am Freitagnachmittag fragt man sich dann: Was genau haben wir die ganze Woche eigentlich gemacht? Mir war klar, dass es dafür eine einfachere Lösung geben muss. 2016 haben mein Freund Steffen Stauber und ich deshalb Flindo entwickelt – eine Software, die Dokumentation zu einem leichten, alltäglichen Arbeitsschritt macht.
Behind Business: Du sprichst von „wir“ – wie habt ihr die Aufgaben untereinander verteilt?
Julian Moosmann: Steffen ist Softwareentwickler und kümmert sich um das Produkt, ich selbst bin Schreinermeister mit einem BWL-Studium und übernehme Marketing und Vertrieb. Diese Kombination funktioniert hervorragend, weil wir die Praxis und die Technik gleichermaßen verstehen.
Behind Business: Digitalisierung im Handwerk – das klingt nach einer besonderen Herausforderung. Wie reagieren die Betriebe heute auf eure Lösung?
Julian Moosmann: Heute ist die Akzeptanz sehr hoch. Vor ein paar Jahren wäre es noch schwieriger gewesen, digitale Abläufe einzuführen, aber die Pandemie hat vieles verändert. Plötzlich war klar: Digitalisierung ist notwendig. Inzwischen sind Handwerksbetriebe, zumindest die, mit denen wir arbeiten, echte Vorreiter. Industriebetriebe tun sich manchmal sogar schwerer. Wichtig ist aber: Digitalisierung muss Chefsache sein. Wenn die Geschäftsführung nicht dahintersteht, wird es im gesamten Unternehmen schwierig.
Behind Business: Welche Branchen setzen Flindo inzwischen ein?
Julian Moosmann: Gestartet sind wir im Handwerk, aber mittlerweile nutzen auch Ingenieurbüros, Kommunen oder Dienstleister unsere Software. Die Abläufe ähneln sich, nur die Anforderungen unterscheiden sich. Flindo lässt sich individuell anpassen, damit jede Organisation genau so dokumentieren kann, wie sie es braucht.
Behind Business: Ihr habt ein Buch geschrieben – warum dieser Schritt?
Julian Moosmann: Mit Digitale Pioniere wollten wir zeigen, dass Digitalisierung kein Modewort ist, sondern ein echter Gamechanger. In 36 Kapitel zeigen wir die Vorteile, von Effizienzsteigerungen bis zur Kundenzufriedenheit. Darüber hinaus möchten wir betonen, dass dieses Buch nicht nur auf unsere Expertise zurückgreift, sondern auch auf die wertvollen Erfahrungen unserer Kunden. Wir sind besonders stolz darauf, Best Practices von 12 Kunden in diesem Buch zu präsentieren, die bereits seit langem mit Flindo.App arbeiten und wahre digitale Pioniere in ihren jeweiligen Gewerken sind. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und zu zeigen, dass sich Digitalisierung für alle lohnt.
Behind Business: Künstliche Intelligenz ist aktuell in aller Munde. Spielt sie bei euch schon eine Rolle?
Julian Moosmann: Ja, aber KI funktioniert nur, wenn zuvor die digitalen Grundlagen geschaffen sind. Erst wenn Abläufe sauber digitalisiert sind, kann KI echten Mehrwert bringen. Sie kann Prozesse erleichtern, Inspiration liefern und helfen, noch effizienter zu werden. Wir arbeiten bereits an Funktionen, die unsere Dokumentation intelligent unterstützen – aber immer mit Fokus auf Einfachheit und klaren Nutzen, keine Spielerei.
Behind Business: Wo siehst du Flindo in neun Jahren?
Julian Moosmann: Unsere Vision ist klar: Wir revolutionieren die Art, wie Unternehmen dokumentieren, durch einfache, effiziente und intelligente Lösungen. Jeder, der dokumentieren muss, soll das mit Flindo schnell und unkompliziert erledigen können. Wir wollen, dass Dokumentation kein Flaschenhals mehr ist, sondern ein reibungsloser Arbeitsschritt, der Zeit spart und Klarheit bringt. Dazu haben wir natürlich noch viele Ideen (grinst).
Mit diesem Ansatz hat sich Flindo vom Allgäuer Handwerksprojekt zu einem modernen Digitalunternehmen entwickelt. Das Credo der Gründer: Digitale Dokumentation muss einfach, sicher und alltagstauglich sein. Wer diesen Schritt geht, spart nicht nur Zeit, sondern gewinnt Transparenz – und genau das macht den Unterschied im Wettbewerb.
- Flindo.App