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Neue Schulstruktur mit Zentrum in Eisenharz

In Argenbühl steht ein radikaler Umbau der Grundschullandschaft an. Bisher vier kleine Dorfschulen – in Ratzenried, Eisenharz, Eglofs und Christazhofen – sollen künftig nur noch an zwei Standorten betrieben werden. Bürgermeister und Gemeinderat begründen dies mit akuten Problemen: Etwa die Schule Eglofs-Eisenharz ist „personell gebeutelt“, es fehlen Lehrer und Räume für die anstehenden Ganztagsangebote. Nach einer 18‑monatigen Prüfung und vielen Workshops fasste der Gemeinderat am 4. Dezember 2024 den Entschluss für die Variante „Eisenharz–Ratzenried". Demnach soll ein neuer, mehrzügiger Schulbau in Eisenharz errichtet werden.

Bis dahin mussten mögliche Optionen abgewogen werden. Laut Planungsunterlagen standen Varianten zur Debatte, etwa ein Neubau in Eisenharz oder in Eglofs neben der bestehende Ratzenrieder Schule. Im Juli 2024 ging man noch von einem Modell aus, bei dem zwei Schulen an je zwei Standorten (sogenannt 2+2) weitergeführt werden – etwa Ratzenried/Eglofs oder Ratzenried/Eisenharz. Nach intensiver Bürgerbeteiligung entschied der Gemeinderat jedoch endgültig für die Lösung mit Eisenharz und Ratzenried als Schulstandorte. Damit würden die Standorte Eglofs und Christazhofen geschlossen. Die Planer versprechen sich von der Zusammenlegung vor allem bessere Raumnutzung und eine attraktive Lernumgebung im Neubau – auch als Vorbereitung auf verpflichtende Ganztagsangebote ab 2026.

Diese Entscheidung stößt in der Bevölkerung auf Widerstand. Eine Bürgerinitiative „Unsere Schule bleibt im Dorf“ in Christazhofen sammelte mehr als 1.100 Unterschriften, um mit einem Bürgerentscheid den Ratsbeschluss zu kippen. Sie setzt sich für den Erhalt des Christazhofer Schulstandorts ein und fordert ein Veto gegen die Zusammenlegung. Parallel prüfte die Verwaltung im Frühjahr 2025 ein Bürgerbegehren für den Verbleib der Schulen in Eglofs und Christazhofen. Selbst in Ratzenried gibt es teils Unmut über das Vorgehen der Initiative: Einige Eltern sehen den neuen Schulplan als unumgängliche Antwort auf rückläufige Schülerzahlen und steigende Anforderungen im Bildungssystem.

Die Gemeindeführung betont, die Umstrukturierung sei „eine der wichtigsten Entscheidungen der nächsten Jahre“ und solle „umfassend und verantwortungsvoll herbeigeführt“ werden. Bis auf Weiteres gilt: Rat und Verwaltung werden das Bürgerbegehren prüfen lassen. Parallel laufen die Vorbereitungen für den Schulneubau in Eisenharz – der nach dem jetzigen Stand ab 2026 als Zentrum der Grundschulversorgung dienen soll. Die anstehenden Monate werden zeigen, ob die geplante Schulreform in Argenbühl politisch durchsetzbar ist und rechtzeitig umgesetzt werden kann.

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Autor:
blickpunkt Magazin
Bilder:
  • Wikipedia/Wolfbenni